Angaben auf Leuchten

Auf straßenzugelassenen Fahrzeugleuchten befinden sich verschiedene Kennzeichnungen. Sie geben Informationen zur Typgenehmigung, Funktion und zulässigen Verwendung der Leuchte. Dazu gehören beispielsweise ECE-Prüfzeichen sowie Funktionskennzeichnungen für Abblendlicht, Fernlicht, Bremslicht oder Fahrtrichtungsanzeiger.

Die tatsächliche Kennzeichnung einer Leuchte hängt von ihrer Funktion und den jeweils zugrunde liegenden Vorschriften ab. Moderne Leuchten können mehrere Kennzeichnungen gleichzeitig tragen.

Die Kennzeichnungssysteme haben sich mit der Weiterentwicklung und Zusammenführung der ECE-Regelungen verändert. Ältere, weiterhin an zugelassenen Leuchten anzutreffende Kennzeichnungen können daher von den Kennzeichnungen aktueller Genehmigungen nach UN R148 und R149 abweichen. Die folgende Übersicht enthält sowohl aktuelle als auch häufig anzutreffende ältere Kennzeichnungen.

Zusatzinformationen auf Scheinwerfern

Die Kennzeichnungen können bei Scheinwerfern mit mehreren Funktionen miteinander kombiniert auftreten. Beispiele sind CR-BS, WCR-CS, WCR-DS oder WCR-ES für Scheinwerfer mit Abblend- und Fernlicht. UN R149 sieht außerdem weitere Kennzeichnungen für besondere Ausführungen und Funktionen vor.

Bei Fernlichtscheinwerfern ist zusätzlich häufig eine Referenzkennzahl angegeben. Typische Werte sind beispielsweise 7,5, 12,5, 17,5, 20 oder 25.

Aktuelle beziehungsweise weiterhin relevante Kennzeichnungen sind:

Angabe Beschreibung
C-AS symmetrisches Abblendlicht der Klasse AS
C-BS symmetrisches Abblendlicht der Klasse BS
WC-CS symmetrisches Abblendlicht der Klasse CS
WC-DS symmetrisches Abblendlicht der Klasse DS
WC-ES symmetrisches Abblendlicht der Klasse ES
R-BS Fernlicht der Klasse BS
WR-CS Fernlicht der Klasse CS
WR-DS Fernlicht der Klasse DS
WR-ES Fernlicht der Klasse ES
F3 Nebelscheinwerfer der Klasse F3
K Abbiegescheinwerfer

 

 

Häufig anzutreffende ältere Kennzeichnungen

Die älteren H- und D-Kennzeichnungen beziehen sich auf bestimmte Scheinwerfer- beziehungsweise Lichtquellentechnologien. Ein LED-Scheinwerfer erhält daher nicht allein aufgrund der Verwendung von LEDs eine HC-, HR- oder HCR-Kennzeichnung. Die älteren Kennzeichnungssysteme finden sich weiterhin an entsprechend genehmigten Scheinwerfern.

Ein Schrägstrich innerhalb bestimmter Scheinwerferkennzeichnungen kennzeichnet eine besondere Schaltungsbedingung. Beispielsweise zeigt C/R bei entsprechenden älteren Kennzeichnungen an, dass Abblend- und Fernlicht nicht gleichzeitig eingeschaltet werden können.

Angabe Beschreibung
A Begrenzungs-/Standlicht
B Nebelscheinwerfer
C asymmetrisches Abblendlicht
R Fernlicht
CR asymmetrisches Abblend- und Fernlicht
C/R asymmetrisches Abblend- und Fernlicht, nicht gleichzeitig einschaltbar
HC asymmetrisches Abblendlicht mit Halogen-Lichtquelle
HR Fernlicht mit Halogen-Lichtquelle
HCR asymmetrisches Abblend- und Fernlicht mit Halogen-Lichtquelle
HC/R asymmetrisches Abblend- und Fernlicht mit Halogen-Lichtquelle, nicht gleichzeitig einschaltbar
DC Abblendlicht mit Gasentladungs-Lichtquelle
DR Fernlicht mit Gasentladungs-Lichtquelle
DCR Abblend- und Fernlicht mit Gasentladungs-Lichtquelle
DC/R Abblend- und Fernlicht mit Gasentladungs-Lichtquelle, nicht gleichzeitig einschaltbar
M Kennzeichnung aus älteren Regelungen für bestimmte Scheinwerfer land- und forstwirtschaftlicher Zugmaschinen

Rechts- und Linksverkehr

Bei Scheinwerfern können Pfeile die Eignung für eine bestimmte Verkehrsrichtung kennzeichnen. Die Verkehrsrichtung ist insbesondere beim Abblendlicht relevant, da sich die asymmetrische Lichtverteilung für Rechts- und Linksverkehr unterscheidet.

Angabe Beschreibung
für Linksverkehr
für Links- und Rechtsverkehr
kein Pfeil bei asymmetrischem Abblendlicht grundsätzlich für Rechtsverkehr

Zusatzinformationen auf Rückleuchten

Bei Rück- und Signalleuchten können unter anderem folgende Kennzeichnungen vorkommen:

Angabe Beschreibung
AR Rückfahrleuchte
F1 Nebelschlussleuchte mit gleichbleibender Lichtstärke
F2 Nebelschlussleuchte mit variabler Lichtstärke
IA Rückstrahler der Klasse IA
R1 Schlussleuchte mit gleichbleibender Lichtstärke
R2 Schlussleuchte mit variabler Lichtstärke
S1 Bremsleuchte mit gleichbleibender Lichtstärke
S2 Bremsleuchte mit variabler Lichtstärke
S3 hochgesetzte zentrale Bremsleuchte mit gleichbleibender Lichtstärke
S4 hochgesetzte zentrale Bremsleuchte mit variabler Lichtstärke

Zusatzinformationen auf Fahrtrichtungsanzeigern

Bei Fahrtrichtungsanzeigern kennzeichnen Zahlen unterschiedliche Kategorien und Einsatzbereiche. Pfeile können zusätzlich die vorgeschriebene Einbauseite beziehungsweise Orientierung kennzeichnen. Die genaue Bedeutung hängt von der jeweiligen Kategorie und Genehmigung der Leuchte ab.

Angabe Beschreibung
1, 1a, 1b vordere Fahrtrichtungsanzeiger unterschiedlicher Kategorien
2a, 2b hintere Fahrtrichtungsanzeiger unterschiedlicher Kategorien
3, 4, 5, 6 seitliche Fahrtrichtungsanzeiger unterschiedlicher Kategorien
12 hinterer Fahrtrichtungsanzeiger für Fahrzeuge der Kategorie L

Zusatzinformationen auf sonstigen Leuchten

Angabe Beschreibung
L Kennzeichenleuchte
SM1 Seitenmarkierungsleuchte
SM2 Seitenmarkierungsleuchte für bestimmte Fahrzeuge der Klasse M1
RL Tagfahrlicht

Weitere Angaben

Zusätzlich zu den Funktionskennzeichnungen können weitere Angaben auf einer Leuchte vorhanden sein.

Angabe Beschreibung
PL Lichtaustrittsfläche beziehungsweise äußere Abschlussscheibe aus Kunststoff
TOP Kennzeichnung der vorgeschriebenen Einbaulage beziehungsweise der Oberseite

ECE-Prüfzeichen und Genehmigungsnummer

Das eigentliche ECE-Prüfzeichen gibt an, nach welchem Genehmigungssystem die Leuchte typgenehmigt wurde. Die Zahl beim E-Zeichen bezeichnet den Staat, der die Genehmigung erteilt hat. Sie gibt nicht das Herstellungsland der Leuchte an.

Bei aktuellen Genehmigungen können außerdem die Nummer der zugrunde liegenden UN-Regelung, deren Änderungsserie und die Genehmigungsnummer Bestandteil der Kennzeichnung sein. So können beispielsweise Kennzeichnungen nach UN R148 für Lichtsignaleinrichtungen und UN R149 für Einrichtungen zur Fahrbahnausleuchtung gemeinsam an einer Leuchteneinheit auftreten.

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